Presseinformation Nr. 179 vom 21. November 2008
Doppelkarrierepaare: Wie Hochschulen sie unterstützen und was Arbeitgeber davon haben
Workshop diskutiert Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
In Wissenschaft und Wirtschaft sehen sich Doppelkarrierepaare besonderen Herausforderungen gegenüber: Das Zeitmanagement und die Organisation von Kinderbetreuung sind nur zwei der größten Probleme, mit denen sich Familien, in denen beide eine Karriere verfolgen, konfrontiert sehen. Hochschulen und andere Arbeitgeber haben jüngst begonnen, die Bedürfnisse solcher in der Regel hoch qualifizierter Paare wahrzunehmen und systematisch nach Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen. Ein öffentlicher Workshop an der Universität Konstanz und an der Hochschule Konstanz, Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) widmet sich am 27. und 28. November der Problematik von Doppelkarrierepaaren und den Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
„Der Workshop bietet die Gelegenheit, sich über die realen Bedingungen dualer Karrieren zu informieren und sich über Gestaltungsmöglichkeiten und Fördermodelle auszutauschen“, so die Organisatorin Julika Funk, Koordinatorin des Netzwerkprojekts ‚Förderung Dualer Karrieren’ an der Universität Konstanz. Ein erster Teil am Donnerstag, 27. November, in der HTWG befasst sich mit dualen Karrieren als Herausforderung und Chance für die Personalpolitik in Unternehmen, mit Beiträgen zu betriebswirtschaftlichen Überlegungen und gelungenen Praxisbeispielen. Er findet an der HTWG in Raum F 007 statt und beginnt um 14 Uhr. Am Donnerstagabend hält Dr. Alessandra Rusconi an der Universität Konstanz, Hörsaal A 703, einen Vortrag zum Thema ‚Doppelkarrieren in der Wissenschaft’. Er beginnt um 18.15 Uhr.
Ein zweiter Teil an der Universität Konstanz am Freitag, 28. November, vormittags widmet sich aus soziologischer und psychologischer Sicht den Rahmenbedingungen doppelter Karriereplanung und den Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Er findet in Raum E 404 statt und beginnt um 9 Uhr. Am Nachmittag ab 13.00 Uhr beschäftigt sich ein dritter und letzter Teil mit den in der deutschsprachigen Hochschullandschaft neuen Bemühungen, in extra dafür eingerichteten Dual Career Couples-Servicestellen konkrete Unterstützungsangebote zu machen. Hier wird darüber hinaus ein Bogen zur Praxis etwa in Großbritannien, der Schweiz und den USA geschlagen, wo Hochschulen seit langem auf die Bedürfnisse von Doppelkarrierepaaren eingehen.
„Exzellente Wissenschaftler haben oft ebenso exzellente Partnerinnen. Die Universitäten wollen auch das Potential an hochqualifizierten Wissenschaftlerinnen ausschöpfen und für diese attraktiver werden“, so Marion Woelki, die als Leiterin des Gleichstellungsreferats der Universität Konstanz dem baden-württembergischen Pilotprojekt zur ‚Förderung Dualer Karrieren’ vorsteht. Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhart von Graevenitz, Rektor der Universität Konstanz und Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz, unterstreicht die Bedeutung von Fördermöglichkeiten für Doppelkarrierepaare: „Die Hochschulen haben verstanden, dass eine Unterstützung von Doppelkarrierepaaren auch in ihrem Interesse liegt. Ein Netzwerkverbund, wie wir ihn in Konstanz und Umgebung haben, ist ein zusätzlicher Attraktionspunkt. Das Projekt erleichtert die Mobilität, die Integration der gesamten Familie in die Region und stärkt die Vereinbarkeit von Wissenschaft mit Familie. Wir schaffen Rahmenbedingungen, damit herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gerne zu uns kommen und ihrer wissenschaftlichen Arbeit hier ungehindert nachgehen können.“
Das baden-württembergische Pilotprojekt zur ‚Förderung Dualer Karrieren’ umfasst einen länderübergreifenden Hochschulverbund von sieben Hochschulen und wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Internationalen Bodensee-Hochschule (IBH) gefördert.


