Presseinformation Nr. 168 vom 13. November 2008
Kinder, Kinder - „Plattform Gesundheit“ von Uni und AOK widmet sich den Jüngsten der Gesellschaft
Die „Plattform Gesundheit“ der Sportwissenschaft an der Universität Konstanz und die AOK Hochrhein-Bodensee führt Wissenschaft und interessierte Öffentlichkeit an einen Tisch und informiert über aktuelle gesellschaftliche Themen rund um die Gesundheit.
In diesem Jahr behandeln und betrachten ausgewiesene Experten verschiedener Disziplinen unterschiedlichste Facetten der kindlichen Lebenswelt. Die Stadt Konstanz hat die Schirmherrschaft übernommen, denn ihr liegt die Gesundheit der Kinder besonders am Herzen. Auch dort weiß man: Deutschlands Kinder sind zunehmend unbeweglich und hocken oftmals lieber zu Hause, als sich an der frischen Luft zu bewegen.
„Übergewicht und mangelnde Koordinationsfähigkeit werden immer häufiger schon bei Kindern im Grundschulalter festgestellt“, so Prof. Alexander Woll von der Universität Konstanz. „Viele Kinder im Schulalter finden Fernseher und Computer reizvoller als körperliche Anstrengung. Dazu kommt, dass Stadtkindern die Möglichkeit fehlt, sich richtig austoben: Der Spielplatz ist langweilig geworden, auf der Straße ist Spielen zu gefährlich“, beschreibt der Experte für Zusammenhänge von Sport und Gesundheit die Situation der Heranwachsenden. Die Konsequenzen spiegeln sich auf physischer, psychischer und sozialer Ebene wider.
„Kinder aber haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Eltern sollten ihn fördern und versuchen, ihren Kindern frühzeitig Spaß an körperlicher Aktivität beizubringen“, so Woll weiter. Sport könne hierfür eine Lösung sein: Kinder, die durch Schwimmen, Turnen oder Tanzen gefördert werden, sind motorisch geschickter, selbstständiger und kontaktfreudiger als andere. „Außerdem sind sie motivierter beim Lernen“, erklärt der Sportwissenschaftler und ist sich sicher, dass Deutschlands Kinder dann auch weniger Pfunde auf die Waage bringen würden.
Die aktuellen Zahlen sind erschreckend: Bereits jetzt ist jedes fünfte Kind zu dick. Und jedes überflüssige Kilo auf den Rippen bezahlen die Kinder mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko. Sie leiden später häufiger unter Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Woll schätzt, dass ein Drittel der Gesamtkosten am Gesundheitswesen durch ernährungsbedingte Krankheiten entstehen.
Die AOK Hochrhein-Bodensee und die Universität Konstanz wirken der zunehmenden krankhaften Fettleibigkeit (Adipositas) mit einer Reihe von Aktionen und Programmen entgegen. Ziel ist eine nachhaltige Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und dadurch eine dauerhafte Gewichtsreduzierung. So sollen auch die vier Veranstaltungen im Rahmen der diesjährigen „Plattform Gesundheit“ Antworten geben auf die Frage, wie die kindliche Entwicklung unterstützt werden kann.
Wissenschaftler der Universität Konstanz aus den Bereichen Sportwissenschaft (Prof. Alexander Woll, Julia Everke) und Psychologie (Eva Nemeckova) gehen beispielsweise der Frage nach, wie fit unsere Kinder wirklich sind und welche Möglichkeiten es gibt, ihre Entwicklung zu unterstützen und ihre Persönlichkeit durch Sport zu stärken (Dienstag, 18. November, 19.30 Uhr, im Vortragsraum der AOK in Konstanz, Inselgasse 30).
Ein zweiter Themenabend widmet sich der Frage, wie das Essen in der Familie die Gesundheit der Kinder beeinflusst. „Wenigstens einmal täglich sollte die ganze Familie rund um denselben Tisch sitzen und zusammen essen", rät Ernährungsberaterin Monika Fassl von der AOK Hochrhein-Bodensee (Dienstag, 25. November, 19.30 Uhr, im Vortragsraum der AOK in Konstanz, Inselgasse 30).
Welche Chancen es gibt, wenn sich Eltern und Pädagogen gleichermaßen mit dem Themen „Übergewicht und Adipositas“ auseinandersetzen, zeigt der Vortrag einer Medizinerin und Sportwissenschaftlerin von der Deutschen Sporthochschule Köln, Christine Graf (Dienstag, 2. Dezember, 19.30 Uhr, im Vortragsraum der AOK in Konstanz, Inselgasse 30).
Prof. Gisela Lück von der Universität Bielefeld referiert am letzten Veranstaltungstag in Kooperation mit der Volkshochschule Konstanz-Singen darüber, wie naturwissenschaftliche Bildung schon im frühen Kindesalter ansetzen kann (Donnerstag, 11. Dezember, 19.30 Uhr, Wolkensteinsaal im Kulturzentrum).
Alle vier Vorträge richten sich vermehrt an Eltern, Lehrer und Erzieher. Der Eintritt ist - bis auf die Veranstaltung der Volkshochschule- kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


