Presseinformation Nr. 158 vom 3. November 2008
Lebensgeschichten erzählen
Dem Reichtum von Lebensgeschichten geht eine Tagung an der Universität Konstanz nach. Unter der Überschrift „Lebensgeschichten erzählen. Zu einer Narratologie des Biographischen in der modernen Literatur“ treffen sich vom 6. bis 8. November Literaturwissenschaftlerinnen und –wissenschaftler zum Austausch. Beispiele aus allen Literaturen Europas kommen zur Sprache. Autoren, deren Werke untersucht werden, sind u.a. James Joyce, Jean Paul Sartre, Georges Perec, Danilo Kiš und Martin Walser. Die Veranstaltung findet im Senatssaal V 1001 statt.
Lebensgeschichten, erzählt in Briefen, Biographien oder Autobiographien, erfreuen sich beim lesenden Publikum großer Beliebtheit. Trotz aller Abgesänge auf das Individuum im Angesicht der Katastrophen des 20. Jahrhunderts haben sich Lebensgeschichten als Form des Erzählens erhalten. Sie scheinen ein grundlegendes kulturelles Muster unserer Weltwahrnehmung zu sein. Zugleich jedoch hat sich das Formenrepertoire des Erzählens stark erweitert. Skepsis, Zweifel und offene Fragen im Angesicht der erhaltenen Fakten sind ein Teil des Erzählens geworden. Nicht nur das Leben selbst, sondern auch der Versuch, dieses Leben zu erzählen, sind in die Texte eingegangen.
Die Leitung der Tagung haben die Konstanzer Literaturwissenschaftler Prof. Bernd Stiegler und Dr. Peter Braun.


