Presseinformation Nr. 148 vom 21. Oktober 2008
Wie christlich war das Abendland?
Antrittsvorlesung „Jenseits des ‚Christlichen Abendlands’: Grenzgänge in der Geschichte der Religionen des Mittelalters“ von Prof. Dorothea Weltecke
Die Vorstellung vom "christlichen Abendland" gehört zu den beherrschenden historischen Vorstellungen, die wir vom mittelalterlichen Europa haben. In ihrer Antrittsvorlesung „Jenseits des ‚Christlichen Abendlands’: Grenzgänge in der Geschichte der Religionen des Mittelalters“ am Freitag, 24. Oktober, befragt Prof. Dorothea Weltecke dieses Konzept. Sie berichtet davon, dass es auch außerhalb des christlichen Abendlandes Christen gab. Nichtchristen sowie Christen, die die Autorität der römischen Kirche abgelehnt haben, lebten im christlichen Abendland. Die Anwesenheit religiöser Minderheiten war also keineswegs ungewöhnlich und insofern unserer eigenen Welt nicht ganz unähnlich. Wie christlich das Abendland im Mittelalter war, ist demnach eher eine offene Frage als eine Tatsache, wie die Historikerin erläutern wird. Beginn der öffentlichen Antrittsvorlesung ist um 17 Uhr. Sie findet in Hörsaal A 703 statt.
Dorothea Weltecke ist seit vergangenem Wintersemester Professorin für Geschichte der Religionen und des Religiösen in Europa an der Universität Konstanz. Die Professur, die dem Konstanzer Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ angeschlossen ist, vertritt eine transkulturelle, vergleichende und integrierende Geschichte der Religionen und des Religiösen.


