Presseinformation Nr. 125 vom 17. September 2008
Der unterschätzte Angler
Der Fachmann bundesweit für alle Fragen der Angelfischerei hält den an ein breites Publikum gerichteten Abendvortrag im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Limnologie an der Universität Konstanz. „Der unterschätzte Angler: biologische, soziale und ökonomische Aspekte“ lautet das Thema am Montag, 22. September. Hintergrund der Ausführungen von Prof. Robert Arlinghaus vom Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei an der Humboldt-Universität zu Berlin ist, dass die Bedeutung der Angelfischerei in Deutschland in der Regel unterschätzt wird. Betrachtet man das sozial-ökologische System der Angelfischerei aber detailliert aus wissenschaftlicher Perspektive, kommt Erstaunliches zu Tage. Das Hobbyangeln ist in Deutschland die wichtigste Nutzungsform von Fischbeständen natürlicher Gewässer. Mehr als drei Millionen Personen in Deutschland angeln zum Vergnügen. Das Angeln stiftet mannigfaltigen psychologischen, physiologischen, sozio-kulturellen und immensen wirtschaftlichen Nutzen für Angler und die Gesellschaft.
Nicht unterschätzen sollte man aber auch die biologischen Einflussnahmen von Anglern auf Fische und Gewässer. Exemplarisch werden in diesem Vortrag Beispiele aus so diversen Bereichen wie Fischerei-induzierte Evolution, Effekte der Verjüngung von Fischbeständen nach Beangelung oder Nährstoffeinfuhr durch Anfüttern vorgestellt. Als Fazit wird eine Lanze für eine spezifische angelfischereiliche Fischereiforschung gebrochen, die sich je nach Forschungsfrage Methoden der Natur- und Sozialwissenschaften bedient und dabei praxisrelevant bleibt.
Der Vortrag von Robert Arlinghaus am 22. September findet in Hörsaal R 711 statt und beginnt um 18.30 Uhr.


